Chronik Holste
Chronik
Keines der drei Dörfer Hellingst, Oldendorf und Steden wollte bei der Gebietsreform Mitte der siebziger Jahre seinen Namen aufgeben. So wurde ein künstlicher Name geschaffen, der sich aus den Namen der drei Orte zusammensetzt: aus Hellingst das H, von Oldendorf die Buchstaben OL und von Steden STE. Bemerkenswert ist, daß sich der neue Name so gut eingebürgert hat. In allen drei Ortschaften leben zusammen fast 1300 Einwohner, die sich auf einer Fläche von etwa 35 Quadratkilometern verteilen. Das entspricht einer Einwohnerdichte von 26 Personen je Quadratkilometer. Diese Zahl allein weist schon auf den Agrarcharakter der Gemeinde hin. In den Ortskernen von Hellingst, Oldendorf und Paddewisch, seit 1928 mit Steden verschmolzen, sind es die Großen Höfe, die zunächst ins Auge fallen. Im Laufe der letzten Jahrzehnte kamen in den Randlagen kleine Wohnhäuser dazu. Arbeit finden allerdings die wenigsten Holster in ihren Gemeinden. Viele sind Pendler und arbeiten in Bremen, Osterholz-Scharmbeck oder Bremerhaven.
Für die Bezeichnung ,,Schwarze Dörfer", mit der Holste seit langer Zeit lebt, gibt es verschiedene Erklärungen. Höchstwahrscheinlich ist der Ursprung des Namens in der Tatsache zu suchen, daß man in den Ortschaften Holzkohle herstellte und selbst aus Torf Schmiedekohle erzeugte. Es gibt sichere Hinweise, daß im Paddewischer Teil des Springmoores Torfkohle und in der EIs Holzkohle hergestellt wurde. So ist denn die Bezeichnung ,,Schwarze Dörfer" für Holste höchst ehrenvoll, weist sie doch auf diese alte Tradition hin.
Im Laufe der zurückliegenden zwei Jahrhunderte forstete man die weiten Heideflächen Stedens und Paddewischs systematisch mit Fichte und Kiefer auf. Wo immer möglich, wurde Ackerland kultiviert. Über die Hälfte der Fläche Stedens ist heute bewaldet. Ein künstlich angelegter See an der Grenze zur Ortschaft Hellingst wird bei gutem Wetter von Tausenden von Badefreunden besucht. Auch Dauergäste, die dort ihrem Campingvergnügen nachgehen, sorgen für reges Treiben in Holste.
Der Name Holste ist kreisweit auch durch einen Vorgeschichtspfad bekannt geworden. Die informative und idyllisch gelegene Strecke führt vorbei an zahllosen Reliquien aus vorgeschichtlicher Zeit. Der Landkreis Osterholz hat in Zusammenarbeit mit dem niedersächsischen Landesverwaltungsamt 1976 für die Einrichtung gesorgt. Der ausgeschilderte Weg führt an einem Grab aus der Jungsteinzeit vorbei, das man bei Ausgrabungen im Jahre 1868 entdeckte. Weiterhin ist ein Schalenstein zu sehen, den man in der Hellingster Feldmark fand. Auf diesem Stein wurden den Göttern vermutlich Opfergaben dargebracht. Die Gräber und Fundstellen auf dem Vorgeschichtspfad ergänzte man durch rekonstruierte Grabanlagen in einer ehemaligen Sandgrube.
Wie stolz die Holster auf ihre Vergangenheit sind, beweisen die örtlichen Vereine. Die Hellingster Schützen tragen die Zeichnung einer alten HeIlingster Köhlerhütte in ihrem Wappen, und die Stedener Schützen übernahmen die Umrisse eines alten Steingrabes in ihre Vereinsfahne.
Obwohl die Beigaben zu den entdeckten frühgeschichtlichen Gräbern eine frühe Besiedlung Holstes nachweisen, liegt die erste urkundliche Erwähnung nicht weit zurück. Eine erste vollständige Darstellung der Hofstellen dieser Orte findet man im „Vörder Register". Dieses ließ der Bremer Erzbischof Johannes Rohde als eine Art Bestandsaufnahme aller Güter im Jahre 1500 anlegen. Für „Stedenn" sind die Vollhöfner Wilkens, Muller und Greuere sowie ein Teilhof und eine Kate aufgeführt, in ,,Hellingkstede" drei Vollhöfe (Witbalke, Bullenwinkell und Welingen) sowie drei Halbhöfe und eine Kate und in „Oldendorppe" drei Vollhöfe (Bolte, Bolte und Wittepeninck) und ein Teilhof. In ,,Paddewysck" wird der Vollhof des Johan tore Paddewysck erwähnt.
Chronik up platt
Keeneen von de 3 Dörper Helljes, Ollendörp un Steern wull bi de Gebietsreform in de Mitt´ von de söbentiger Johren sienen Nomen upgeven. So hett man eenen künstlichen Nomen erfunnen, de sick ut alle 3 Oorte tosomensett: ut Hellingst/Helljes dat H, von Oldendorf/Ollendörp de Bookstoben OL un von Steden/Steern STE. Man mutt sick wunnern, wi gau un goot sick düsse nee´e Nomen inbörgert hett. In alle 3 Oortschaften leevt bieenanner 1.300 Inwohner, de sick up een Flaag von 35 Quadrotkilometer verdeelt. Dat bedüüdt, up eenen Quadrotkilometer leevt 26 Lüüd. Düsse Tall alleen wiest all up den landwirtschaftlichen Charakter von de Gemeen hen. In de Dörpsmitt´ von Helljes, Ollendörp un Paddewisch, siet 1928 mit Steern tosomenleggt, sünd dat de "Groten Höfe", de eenen toeerst in´t Oogt fallt. Im Loop von de letzten Johrteinte kemen an´ne Kant lütte Wohnhüüs dorto. Arbeit findt allerdings de wenigsten Holster in ehre Gemeen. Veele sünd "Pendler" un goot ehre Arbeit in Bremen, Bremerhoben oder Osterholt-Scharmbeck no.
För de Beteknung "Schwarze Dörfer- (Swatte Dörper)" mit de Holste siet lange Tieden leevt, giff dat eenige Düdungen. Dat is wull antonehmen, dat de Ursprung dorin to finnen is, datt man in de Oorte Holtköhlen herstellte un sülbens ut Törf Schmedeköhlen fardigte. Dat giff Bewiese doröber, dat im Paddewischer Deel von´t Springmoor Törfköhlen un in´ ne Els Holtköhlen herstellt worrn. So is denn de Beteknung "Schwarze Dörfer" för Holste as ehrfull antosehn, wiest se doch up düsse ole Tradition hen.
Im Loop von de trüchlingenden twee Johrhunnerte plante man in Steern un Paddewisch, wo meist bloot Heide stünn, no un no Fichten un Kiefern an. Wo jümmer de Möglichkeit dor weer, worr Ackerland urboor mookt. Mehr as dat Halfpart von Steern besteiht hüüte ut Wald. Een See, den man sülbens anleggt hett, ward bi Sünnenschien von dusenden von Minschen besöcht. Ok ´n Barg Lüüd, de sick hier up Duur wohlföhlt, hebbt düsse Möglichkeit up den Campingplatz un sorgt so för reget Drieben in Holste.
De Nomen Holste is in´n ganzen Kreis ok dör eenen Vörgeschichtspadd nomhaft worrn. De informative, wunnerschöne Streck, föhrte vörbi an veele Reliquien ut ole Tieden. De Landkreis Osterholt hett tosomen mit dat Lannesverwaltungsamt ut Neddersassen im Johr 1976 för düsse Inrichtung sorgt. De utschilderte Weg geiht vörbi an een Graff ut de Jungsteentied. Bi Utgrabungen hett man dat 1868 funnen. Wieterhen is een Schalensteen to sehn, den man in de Helljer Feldmark funn. Up düssen Steen worr den Göttern wull Opfergaaven dorbröcht. De Graffen un Fundsteden up den Vörgeschichtspadd hett man in eene ole Sandkuhl ergänzt un nobaut, um dat öbersichtlicher to moken.
Wi stolt de Holster up ehre Geschichte sünd, bewiest de örtlichen Vereene. De Helljer Schützen dreegt eene ole Köhlerhütten as Teknung in ehr Wappen, un de Steerner Schützen hebbt de Umrisse von eenen olen Steengroben in ehre Vereensfohne.
Ok wenn de Bigaaven to de entdeckten fröhgeschichtlichen Graffen dorup sluten loot, dat Holste all fröh besiedelt weer, liggt de eerste urkundliche Erwähnung nich wiet trüch. Eene eerste vullstännige Beschrievung von de Hoffsteden findt man im "Vörder Register". Dütt hett de Bremer Erzbischop Johannes Rohde as eene Bestandsupnohme von jedet Goot im Johr 1500 anleggt. För "Stedenn" sünd de Vullhöfner Wilkens, Muller un Greuere sowie een halve Hoff un eene Katen upföhrt, in "Hellingkstede" dree Vullhöfe (Witbalke, Bullenwinkell un Welingen) sowie dree Halvhöfe un eene Katen un in "Oldendorppe" dree Vullhöfe (Bolte, Bolte un Wittepenninck) un een Deelhoff. In "Paddewysck" ward de Vullhoff von Johann tore Paddewysck benömt.