Chronik Hambergen
Chronik
Hambergen wird erstmals in einem im Jahre 1056 aufgestellten Register des Erzbischofs Adalbert von Bremen urkundlich erwähnt. Dort heißt es, daß „Ambergen" als kleines Gut im Besitz des Bischofs die erzbischöfliche Hofhaltung mit Lebensmitteln für 14 Tage gewährleisten soll. Vermutlich gab es seinerzeit eine Adelsfamilie in Hambergen, an die alle Meierabgaben der ansässigen Bauern flossen und die dann durch Vermächtnis an den Bremer Erzbischof fielen. Heute noch weist die Flurbezeichnung „Up den Eddelhofe" in der Nähe der alten Schule und des Friedhofes auf diesen Ursprung hin. Hier dürfte auch der eigentliche Kern des alten Dorfes gewesen sein. In den Urkunden folgender Jahrhunderte wird häufig über den Verkauf oder die Schenkung der Hamberger Abgaben berichtet. Oft sind es die Ritter von Luneberg, die das Amt des Kämmerers im Erzbistum Bremen versahen, deren Name in diesem Zusammenhang auftritt.
Ein sehr altes Hamberger Höferegister stammt aus dem Jahre 1536. Es gab damals 22 Höfe in Hambergen, 14 Voll- und Halbbauern und 8 Kötner. 50 Jahre später waren es bereits 6 Höfe mehr, und schon 1670 lebten in den 57 aufgeführten ,,Feuerstellen" etwa 400 Menschen. Der größte Hof mit allein 84 Morgen Saatland war der Bullwinkeler Hof zwischen Lübberstedt und Hambergen, auf dem noch bis 1846 eine Wassermühle betrieben wurde. Die Namen der damaligen Hamberger Hofinhaber sind noch heute geläufig: Breden, Meyer, Wendelcken, Mertens, Puckehauer, Wellebrock, Priggen, Bullenwinckel.Nordwestlich Hambergens befinden sich in der Nähe des Giehler Baches die Überreste einer alten Befestigung, die den Namen ,,Pippelnburg" trägt. Die Sage berichtet, daß es sich um eine von den Chauken oder Sachsen erbaute Befestigung handelte, die bei kriegerischen Auseinandersetzungen als Zufluchtsort diente und durch die natürlichen Gegebenheiten des Umlandes nur schwer einzunehmen war. Heute erinnert nur noch ein kleiner, mit Bäumen bewachsener Hügel an dieses älteste Zeugnis der Besiedlung.
Kirchlich gesehen gehörte die heutige Kirchengemeinde Hambergen zur Börde Scharmbeck. Die Bauern aus Hambergen, Heißenbüftel, Wallhöfen, Vollersode und den einstelligen Höfen Giehlermühlen und Bullwinkel faßten wegen des beschwerlichen weiten Kirchgangs den Beschluß, eine eigene Kapelle zu errichten. Diese wurde dann als Nebenstelle der Scharmbecker Hauptkirche 1335 erbaut. Vertraglich sicherte man sich die Dienste der Scharmbecker Pfarrherren, die in Naturalien bezahlt wurden. Taufen und Beerdigungen sollten allerdings weiterhin in Scharmbeck stattfinden. In dieser ersten Kapelle befanden sich neben einer einfachen Kanzel zwei Nebenaltäre, von denen einer der Jungfrau Maria und der andere den Märtyrern Cosmas und Damian geweiht waren. Die neue Kapelle erhielt anläßlich der Einweihung kleine Teile der Reliquien dieser beiden Ärzte mit Wunderkraft aus dem Bremer Dom. Noch heute trägt die Hamberger Kirche den Namen der beiden den Märtyrertod Gestorbenen: St.-Cosmae-und-Damiani-Kirche. Im Jahre 1546 erhielt Hambergen einen eigenen Geistlichen und wurde selbständiges Kirchspiel. Die Gemeinde wuchs immer mehr, so daß die Kapelle 1581 durch Anbau vergrößert werden mußte. Ein zusätzlicher Erweiterungsbau im Jahre 1707 schuf 225 Plätze für Männer und 157 Plätze für Frauen, doch die Klagen über die drangvolle Enge wurden nicht weniger. An den Gottesdiensten nahmen sehr viele Menschen teil. Insbesondere Häuslinge und Ansiedler mußten gedrängt stehen, waren doch die Sitzplätze an alteingesessene Bauernfamilien vergeben. Der Kirchbesuch war auch immer ein gesellschaftliches Ereignis. Amtliche Bekanntmachungen wurden von der Kanzel verlesen, man traf andere Dorfbewohner und erfuhr wichtige Neuigkeiten. Nach dem Gottesdienst traf man sich im Krug.
Im Jahre 1752 wurde eine noch größere Kirche im Barockstil erbaut und eingeweiht, 1850 erhielt sie eine Orgel. Die Glocken wurden sowohl im 1. Weltkrieg als auch im 2. Weltkrieg zu Kriegszwecken eingeschmolzen.
Die kriegerischen Ereignisse in Mitteleuropa spiegelten sich auch in der Kirchenchronik Hambergens wider. Strategisch günstig an der alten Handelsstraße zwischen Bremen und Hamburg gelegen, zogen immer wieder Truppen aller Nationalitäten durch das Dorf. Von 1803 an wechselten Einquartierungen von Franzosen, Engländern, Schotten, Holländern und Russen sich in unaufhörlicher Folge ab. So mußten im Jahre 1806 sechshundert englische Soldaten untergebracht und versorgt werden. In der französischen Besatzungszeit von 1811 bis 1813 wurde das Kirchspiel Hambergen Marie im Canton Osterholz. Zum Maire, also zum Bürgermeister, wurde Nikolaus Meyerhoff ernannt. Eine sich ständig ausweitende Landwirtschaft, die nach und nach die Waldungen, Heiden und das sumpfige Niederungsgebiet des Giehler Baches in eine Kulturlandschaft verwandelte, prägte bis vor einem Jahrhundert das Bild der Gemeinde. Es gab aber auch das für ein Dorf übliche Handwerk und Gewerbe. Im 19. Jahrhundert entstanden eine Torfstreufabrik, zwei Ziegeleien und eine Zigarrenfabrikation. Auch eine Braunbierbrauerei und eine Schnapsbrennerei wurden in Hambergen betrieben. Die Einweihung der Bahnlinie von Bremen nach Geestemünde im Jahre 1862 machte ein weiteres Anwachsen des Dorfes möglich. Die Bauern konnten sich nicht auf einen Bahnhof in Hambergen selbst einigen. So wurde der Bahnhof in Oldenbüttel Verladeplatz für Waren und eine Möglichkeit für die Menschen, zur Arbeit in die industriellen Zentren Bremens zu kommen. Hambergen ist die einwohnerstärkste Gemeinde in der Samtgemeinde. Auf einer Fläche von etwa 30 Quadratkilometern leben über 5400 Menschen. Dadurch nimmt dieses alte Dorf innerhalb der Samtgemeinde die Funktion eines kleinen Zentrums ein. Zu Hambergen gehören die Ortschaften Heißen-büttel, Oldenbüttel, Heilsdorf, Spreddig und Ströhe. Hambergen entwickelte sich auch wegen seiner guten Verkehrsanbindungen an Bremen und Bremerhaven zu einer beliebten Wohngemeinde im Landkreis Osterholz. Die eher bescheidene Gewerbetätigkeit ließ viele Teile von Natur und Landschaft nahezu unberührt und bietet vielen Neubürgern ein qualifiziertes Wohnumfeld. Eine gute schulische und medizinische Versorgung und Einkaufsmöglichkeiten vor Ort runden das Bild eines Ortes mit hoher Wohn- und Lebensqualität ab. Trotz der stattlichen Einwohnerzahl wird das gemeinschaftliche Leben gepflegt. Die etwa dreißig in Hambergen tätigen Vereine legen davon Zeugnis ab. Insbesondere die Spreddiger und Ströher Dorfgemeinschaften haben mit dem Bau einer Moorkate und eines Heimathauses große Leistungen vollbracht.
Chronik up platt
Ton eersten Mol ward Hambargen im Johr 1056 in dat Register von den Erzbischop Adalbert von Bremen urkundlich benömt. Dor heet dat, dat "Ambergen" as lüttet Goot im Besitz von den Bischop de erzbischöpliche Hoffhaltung mit Levensmiddel för 14 Daag garantieren schall. Man kann wull dorvon utgohn, datt dat to de Tied eene Adelsfamilie in Hambargen geev, an de alle Meierafgaven von de ansässigen Buern güngen un de denn dör Vermächtnis an den Bremer Erzbischop fullen. Hüüte noch wiest de Flurbeteknung "Up den Eddelhofe" dicht bi de ole School un den Karkhoff up düssen Ursprung hen.
Wohrschienlich is hier ok de egentliche Kern von dat ole Dörp to söken. In Urkunnen ut de letzten Johrhunnerte ward oftmols över den Verkoop oder de Schenkung von de Hambarger Afgaven schreven. Meist sünd dat de Ritter von Luneburg, de dat Amt von den Kämmerer im Erzbistum Bremen övernohmen, deren Nomen in düssen Tosomenhang uptritt.
Een ganz olet Hambarger Höferegister stammt ut dat Johr 1536. To de Tied geev dat 22 Höfe in Hambargen, 14 Vull- un Halfbuern un 8 Kötner. 50 Johr later weern dat all 6 Höfe mehr, un 1670 leevten in de in de 57 upführten "Füürstellen" so bi 400 Minschen. De grötste Hoff mit alleen 84 Morgen Saatland weer de Bullwinkeler Hoff twüschen Lübbs un Hambargen. Hier weer noch bit 1846 eene Watermöhl in Bedreev. De Nomen von de Buern domols sünd bit ton hüütigen Daag vorhannen: Breden, Meyer, Wendelcken, Mertens, Puckehauer, Wellebrock, Priggen, Bullenwinckel.
Nordwestlich von Hambargen befind sick dich an´n Giehler Bach de Reste von eene ole Befestigung mit den Nomen "Pippelnburg". De Sage vertellt, dat sick dat um eene von den Chauken oder Sachsen baute Befestigung hannelt. Dör de natürlichen Gegebenheiten weer dat eene Steer, de as Tofluchtsort deente, wenn man sick bi kriegerischem Uteenannersetten in de Plünnen kregen harr. Hüüte find man bloot noch eenen mit Böömen bewassenen Hügel, de up dat ollste Tüügnis von de Besiedelung henwiest.
Karklich hörte de hüütige Karkengemeen Hambargen to de Börde Scharmbeck.
De Buern ut Hambargen, Heißenbuttel, Wullöben, Vollerso un de eenstelligen Höfe Giehlermöhlen un Bullwinkel beslöten, weil de Weg to Kark so wiet weer, sick eene egene Kapelle to errichten. Düsse worr as Nebensteer von de Scharmbecker Hauptkark 1335 baut. Dör Verdrag sicherte man sick de Deenste von de Scharmbecker Pfarrherren. Betohlt worrn se in Naturalien. Fastleggt worr, dat Kinddööp un Beerdigungen wieterhin in Scharmbeck stattfinnen schullen. In düsse eerste Kapelle geev dat eene eenfache Kanzel un twee Nebenaltäre; de geweiht weern eenmol för de Jungfrau Maria un de annere den Märtyrern Cosmas un Damian. To de Inweihung von de nee Kapelle kreeg man lütte Deele der Reliquien ut den Bremer Dom schenkt, de jem de beiden Wunnerdoktors mitbrocht harrn. Bit ton hüütigen Daag hett de Hambarger Kark den Nomen de des Märtyrertodes Gerstorbenen: St.-Cosmae- un Damiani-Kark. Im Johr 1546 bekeem Hambargen eenen egenen Geistlichen un worr nu sülmstänniges Karkspeel. De Gemeen weer stännig an wassen, dorum mööß de Kapelle 1581 dör eenen Anbau vergrötert warrn. Nochmols geev dat eenen Erweiterungsbau, so dat 1707 insgesamt 225 Plätze för de Mannslüüd un 157 Plätze för de Froen dor wörrn. Trotzdem ques un quengel man wieter, weil dat eenfach jümmer drangvulle Enge geev. Den Besöök to de Gottesdienste nähmen sehr veele Minschen worr. Besonners de Häuslinge un Ansiedler mößen gedrängt stohn, denn de Sittplätze hörten de oldinsetten Buernfamilien to. De Karkenbesöök weer ober ok een gesellschaftliches Ereignis.
Amtliche Saken worrn von´ne Kanzel kund geven, man dreep hier annere Dorpbewohner un hörte so manch Nees. Achteran funnen sick alle in´n Krog in, um sick bi´n Klönsnack to ünnerholen.
Im Johr 1752 worr eene noch grötere Kark im Barockstil baut un inweiht; 1850 bekeem se eene Orgel. De Glocken worrn im 1. Weltkrieg as ok im 2. Weltkrieg för Kriegszwecke missbruukt.
De kriegerischen Ereignisse in Middeleuropa spegelten sick ok in de Karkenchronik Hambargens woller. Strategisch günstig an de ole Hannelstraat twüschen Bremen un Hamborg gelegen, togen jümmer woller Truppen aller Nationalitäten dör dat Dörp. Von 1803 an wesselten Inquartierungen von Franzosen, Engländern, Schotten, Holländern un Russen sick stännig af.
Alleen im Johr 1806 mößen soßhunnert englische Suldaten ünnerbröcht un versorgt warrn. In de französische Besatzungstiet von 1811 bit 1813 worr dat Karkspeel Hambargen to "Marie im Canton Osterholt". Ton Maire, wat de Börgermeister weer, benömte man Nikolaus Meyerhoff.
Eeene stännig gröter warrnde Landwirtschaft, de no un no den Wald, de Heid un dat natte Niederungsgebiet von den Giehler Bach in eene Kulturlandschaft verwannelte, prägte bit vör een Johrhunnert dat Bild von de Gemeen. Dat geev ober ok dat vör een Dörp übliche Handwark un Gewerbe. Im 19. Johrhunnert baute man eene Torfstreufabrik, twee Tegeleen un eene Zigarrenfabrikation.
Uterdem eene Beerbrueree un eene Schnapsbrenneree. As de Inweihung von de Bohnlinie von Bremen no Geestemünde im Johr 1862 stattfunn, harr dat to Bedüren, Hambargen kunn nu noch mehr wassen. De Hambarger Buern worrn sick nich eenig, wo de Bohnhoff hen schull. Dorum baute man em in Oldenbuttel. Hier weer nu een Verladeplatz för Waren un Güter un geev uterdem de Minschen de Möglichkeit, ehre industrielle Arbeitssteer in Bremen to finnen. Von de Samtgemeen hett Hambargen de meisten Inwohner. Up eenen Placken von ca. 30 Quadratkilometern leevt ober 5400 Minschen. Dordör nimmt dit ole Dorp innerhalv von de Samtgemeen een Ort Zentrum in. To Hambargen hört de Ortschaften Heißenbuttel, Oldenbuttel, Heilsdorp, Spreddig un Ströh. Een Grund, dat sick Hambargen so goot to eene beliebte Wohngemeen im Landkreis Osterholt entwickelt hett, hangt dormit tosomen, dat de Verkehrsanbinnungen no Bremen un Bremerhoben allerbest sünd. Weil jo bekanntlich all´ns twee Sieten hett, ward de eher bescheidene Gewerbetätigkeit dordör utgleken, dat grode Placken von Natur un Landschaft so goot wie unberöhrt sünd. Dat is Anlass för veele Neebürger, hier in gesunner Luft sesshaft to weern. Eene gode schulische un medizinische Versorgung un Inkoopsmöglichkeiten vor Ort, rund´ dat Bild eenes Ortes mit hohe Wohn- un Levensqualität af. Ok wenn´n barg Lüüd hier wohnt, ward dat gemeensome Miteenanner besonners pleegt. De etwa dartig in Hambargen tätigen Vereene leggt dorvon Tügnis af. Insbesonnere de Spreddiger un Ströher Dorpsgemeenschaften hebbt mit den Bau von ehre Moorkate un dat Heimathuus eene besonnere Leistung vullbrocht.